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Exkursionen

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Der Musik-Grundkurs der EF hat im Essener Aalto-Theater eine Aufführung der "Zauberflöte" besucht. Zuvor besichtigten die Schülerinnen und Schüler das Gebäude. Die Teilnehmer des Kurses haben gemeinsam einen ausführlichen Bericht über ihre Exkursion verfasst.

Nicht nur die Oper selbst, auch das Gebäude hat uns sehr beeindruckt. Im sonst doch meist unschönen Verkehrstrubel sticht das Theatergebäude prachtvoll heraus und stellt ein bedeutendes Kulturgut der Stadt Essen dar. Mit seiner Architektur ist es einzigartig und unterscheidet sich von anderen Theatergebäuden. Charakteristisch ist seine wellige Gestalt und der Verzicht auf Präsentation von Kunstwerken, mit Ausnahme des Stücks selber, das aufgeführt wird. Im Zentrum sollen auch die Besucher stehen aber keine „fremden Kunstwerke“. Es ist vorgesehen, weit weg vom äußeren Verkehr zu sein, es gibt exklusiv für den Besuch eigene Taxen. Für die Akustik im Zuschauerraum wurden viele Maßnahmen ergriffen wie die Lederverkleidung der Stühle. Angefangen damit, Pläne für das Gebäude zu entwerfen, hatte der Architekt Alvar Aalto, dem das Haus seinen Namen verdankt in den 50er Jahren. Nach den Zerstörungen des zweiten Weltkriegs und der Armut der Nachkriegsjahre wurden die Pläne für ein neues Theatergebäude dankend angenommen. Durch Sparmaßnahmen der Stadt verzögerte sich der Bau um einige Jahre. Heute werden neben Opern und Operetten auch Musicals und andere Konzerte aufgeführt.
Aalto hat sich durch das Theatergebäude weltweit einen Namen gemacht und sich Ruhm und Ehre verschafft. Und das, obwohl seine Pläne aufgrund von Forderungen zugunsten baurechtlicher Maßnahmen mehrmals umgestaltet wurden. In den Genuss seiner Bewunderer, geschweige denn seines eigenen Werkes kam Alvar Aalto allerdings nicht: Er verstarb 1976, bevor das Gebäude fertiggestellt wurde.


Malte Tasler

Der Name „Aalto“ ist finnisch und bedeutet „Welle“. So zieht sich diese Form durch das gesamte Gebäude, innen wie auch außen.
Äußerlich sind die durch hohe Mauern entstandenen Dachkanten so konstruiert, dass diese eine Welle ergeben. Auch im Grundriss spiegelt sich dieses Phänomen wieder, ebenfalls auch im Innenraum. Sobald man das riesige Gebäude durch den verhältnismäßig kleinen Haupteingang, der schon fast etwas bedrückend wirkt, betritt, gelangt man auch schnell in den Garderobenbereich. Auch hier zieht sich die „Welle“ in Form zweier gegenüberliegenden Tresen über die gesamte Länge des Raumes.


Lukas Sicking, Jakob Thum

Das Foyer erscheint als heller, offener Raum mit einer Höhe von 14 Metern. Dieser ist über drei unterschiedlich große Treppen zu erreichen. Im Sinne Aaltos bedeutet das, dass man sich selber, je nach Verlangen des Besuchers, darstellen kann.
Das Foyer hat einen graublauen Teppichboden, schmale bis zum Boden reichende Fenstern und mehrere Sitzgruppen vor den großen Fensterfronten. Somit strahlt das Foyer trotz der reduzierten Farbigkeit und des Verzichts auf jegliche Dekoration durch Bilder oder Skulpturen eine „Wohnlichkeit“ aus. Weder Bilder noch Skulpturen (bis auf eine Aalto-Büste, die zu Ehren des Architekten aufgestellt wurde) können im Foyer vorgefunden werden. Dies zeigt, dass bei der Gestaltung Wert auf die Dominanz der Architektur selbst gelegt wurde.
Die Festlichkeit wir dadurch hervorgehoben, dass der Zuschauerraum nur vom Foyer und nicht von der Garderobenhalle aus zu erreichen ist.


Marc Petrikowski, Markus Wieland

Doch wenn man den Saal des Theaters betritt, stellt man sogleich fest, dass dieser nicht sonderlich groß ist und auch über keinerlei weiteren Besonderheiten zu verfügen scheint. Doch dass dies nicht der Fall ist, merkt man erst auf den zweiten Blick: Wie wir erfahren haben, sollen beispielsweise die Sitze mit samt ihrer Lederbezüge aus Bühnenperspektive die Hautfläche eines Menschen widerspiegeln, um den Klangunterschied zwischen einem vollbesetzten und einem leeren Saal möglichst gering zu halten. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass es für die Musiker bzw. Sänger nach einer Probe keine große Umstellung ist, plötzlich vor den maximal 1125 Zuschauern zu spielen. Für uns war zuvor auf bzw. vor der Bühne jedoch nur eine riesige, gewölbte, zweigeteilte Metallwand zu sehen, die den gesamten Bühnenbereich von dem für normale Leute betretbaren Saal trennt. Der obere Teil ist komplett in die Decke einziehbar, der untere, viel größere Teil ist in der Erde versenkbar durch ein raffiniertes System aus Flaschenzügen.
Rechts, direkt vor der Bühne, befindet sich eine kleine, unscheinbare Tür, die direkt hinter die besagte Metallwand, auf die Bühne führt. Und beim Begehen des Bereiches wurde erst klar, warum der Betonkomplex so riesig sein muss. Die Bühne, welche eine der größten in ganz Deutschland ist, bietet die Möglichkeiten, in Gänze um einige Meter gesenkt, angehoben, geneigt, aber auch mit Hilfe einer aufliegenden Platte um 360°gedreht zu werden, ist umgeben von einer riesigen Halle zum Lagern von Bühnenrequisiten, aber auch von vielen kleinen Räumen, beispielsweise den Räumen für die Maske oder auch einer Werkstatt zum Erstellen der Requisiten. Diese in den oberen Stockwerken des Theaters befindliche Werkstatt haben wir mithilfe einer weiteren Besonderheit des Hauses erreicht – einem Aufzug. Zunächst scheint dies nicht sonderlich spektakulär, doch das Besondere an dem Fahrstuhl ist, dass er mit seinen 14m Länge, 3,50m Breite, 6m Höhe und Hublast von 22t dazu im Stande ist, ganze LKW (oder 240 Personen) über die gesamte Höhe des Gebäudes zu tragen. Gehoben wird der Aufzug mit einem einzigen Hydraulikstempel mit einem Durchmesser von 40cm, welcher sich mittig unter der Plattform befindet. Dieser wird zum Ausfahren mit 5000 Litern Hydrauliköl gefüllt. Oben angekommen fiel zudem schnell auf, dass die Innenmauern entweder aus gegossenem Beton oder gemauerten Steinwänden bestehen. Das hat den Hintergrund, dass alle gemauerten Stellen entfernt werden können und die Betonteile die Stabilität sichern. Gemauerte Wände können entfernt oder umgesetzt werden, um Räume zu vergrößern/verkleinern, aber auch um diese raummäßig ganz zu verschieben.
Nachdem wir kleine Teile der sich oben befindenden Räume besichtigt haben, kamen wir auch in den Keller des Gebäudes. Dieser hat kleine Räume, in denen es kleine Bühnen zum Üben für, zum Beispiel, Schulklassen gibt. Auf einer solchen haben wir auch unseren Workshop durchgeführt. Zu großen Teilen besteht der Keller jedoch noch aus weiteren Lagermöglichkeiten der vielen Requisiten, welche für verschiedenste Stücke eingesetzt werden.


Lukas Sicking, Jakob Thum

Nach der Führung durch das Opernhaus und einer kleinen Mittagspause ging es für den EF-Musikgrundkurs von Frau Diergarten weiter zum Workshop. Dieser fand in einem kleinen Proberaum des Aalto-Theaters statt. Als erstes fand sich der Kurs auf den Bänken vor der kleine Bühne zusammen.

Muriel Benson, Leah Grajetzki, Sandra Nothhelfer

Wir spielten eine Stelle, an der Studenten eine Barrikade errichtet haben und gerade das Militär erscheint. Erst sind die Studenten noch zögerlich, doch dann stellen sie sich auf die Barrikade, um das Militär zu provozieren. Währenddessen wird ein Lied von den Studenten gesungen.
Zu Beginn des Workshops wurden wir in vier Gruppen eingeteilt. Dann hat jede Gruppe ihre eigene Aufgabe bekommen. Die Gruppe, die sich um die Kostümierung Gedanken machte, verteilte die passenden Kostüme an die Schauspieler, die Gruppe, die das Bühnenbild errichtete, baute die Barrikade auf, die Gruppe, die für die Beleuchtung verantwortlich war, bereitete sich schon mal auf das spätere Spielen der Szene vor, ebenso die Schauspielgruppe.
Nach der Vorbereitung wurde dann die Szene gespielt. Im Hintergrund wurde ein Lied gespielt, während passend zu der Musik die Schauspieler, die zunächst noch hinter der Barrikade versteckt waren, langsam sichtbar wurden und dann im späteren Verlauf sogar auf die Barrikade stiegen. Kurz vor dem Ende mussten die Schauspieler etwa ein Halstuch schwenken oder die Hand heben.


Robin Strahler

Zum Schluss wurde die Szene ganz ohne Anweisungen vom Team aufgeführt.
Danach begann das Aufräumen und es gab ein kleines Gespräch, in welchem die Schüler erzählen konnten wie ihnen ihre Aufgabe gefallen hat und wie sie diese gut umsetzen konnten.


Muriel Benson, Leah Grajetzki, Sandra Nothhelfer

 

Anschließend besuchten wir die Inszenierung der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart, die am 1.10.1791 im Freihaus-Theater in Wien uraufgeführt wurde. Die Inszenierung erfolgte durch Ezio Toffolutti und die musikalische Leitung übernahm Friedrich Haider.


Karl-Emanuel zu Salm Salm

Im Aalto- Theater wird nicht die ursprüngliche Aufführung inszeniert, sondern eine modernere, in der der Held Tamino das Geschehene nur träumt und so auch das Bühnenbild anders gestaltet ist. Ein riesiges Auge ziert vor der Aufführung den Vorhang, welcher nach und nach geöffnet wird. Die gesamte Oper wird auf einer erhöhten Bühne gespielt, auf der durch das Verschieben der einzelnen Teile sehr mit dem Bühnenbild gespielt werden kann und man verschiedene Orte gut voneinander trennen kann.
Die Arien der Figuren, besonders die der Königin der Nacht, stießen beim Publikum auf große Begeisterung. Die Auftritte waren sehr fesselnd und die Schauspieler haben auch beim Singen eine erstaunliche Leistung erbracht.


Sophia Lübbering

Die Inszenierung der Zauberflöte durch Ezio Toffolutti war alles in allem gelungen. Die Kostüme, vor allem das des Vogelfängers, passten hervorragend in die Oper. Das Orchester und der Chor lieferten ebenfalls sehr gute Ergebnisse ab. Die Schauspieler bzw. Sänger sangen auch überzeugend, jedoch war wegen ihrer oftmals nicht deutschen Herkunft der Text nicht besonders gut zu verstehen. Da dies sowieso nicht allzu leicht ist, wäre es hilfreich gewesen, die Inhalte der Arien zu überfliegen. Das Bühnenbild war auch gut gestaltet und konnte so leicht von einem Schlafzimmer in einen Tempel verwandelt werden.
Für mich selbst war die Oper eine tolle Erfahrung, jedoch auch etwas anstrengend. Es braucht volle Konzentration um die Arien der Oper vollständig zu verstehen, damit die Handlung komplett nachvollzogen werden konnte.


Matthis Temming

Alles in allem hat mir die Oper als Gesamtpaket sehr gut gefallen und man konnte die Handlung gut nachvollziehen. Die Charaktere wurden gut an die Zuschauer herangeführt und man lernte sie mit zunehmender Dauer in allen Feinheiten immer besser kennen. Ich würde die Oper jedem sehr empfehlen da sie etwas zeitloses an sich hat was man schon an der Tatsache festmachen kann, dass sie bereits seit gut 230 Jahren immer wieder aufgeführt wird.


Karl-Emanuel zu Salm Salm